Nicht twittern, Knittern!

#YarnCamp: Rund ums Knäuel

Dann starte ich mal aus meiner mehr oder weniger freiwilligen Blogpause mit einem ganz aktuellen Ereignis. Gestern fand in Frankfurt das YarnCamp statt! 🙂

Anfang Juli hatte ich mir relativ spontan ein Ticket geklickt. Nicht nur zu irgendeinem Barcamp, sondern auch noch zum ersten YarnCamp! Es geht um Wolle und alles, was man damit so anstellen kann. Ich war ziemlich gespannt, was das wird. Barcamp-Erfahrung hatte ich bis dato auch noch keine.

Also ging es am Sonntagfrüh los nach Frankfurt zum Haus des Buches. Auf dem Römerberg bin ich natürlich erstmal in die falsche Richtung gelaufen, aber ansonsten war es gut zu finden und an der Adresse haben viele YarnCamp-Zettel den Weg gewiesen. 😉

Zuerst gab es ein Namensschildchen und GoodieBags. Woah, dazu aber später noch mal mehr.
Direkt hinter dem (kleinen) Eingangsbereich war ein Bereich mit Stehtischen, ringsherum Platz für’s Catering und hinten eine kleine Getränkebar. Das Catering war ganz großartig: Es gab lecker und ausreichend Frühstück, später Mittag, Kuchen & Süßes und Getränke. Apropos Getränke, da gab es eine für meinen Geschmack ziemlich gute Kaffeemischung, extra für’s YarnCamp, vom Sonntag Morgen sowie Innocent Smoothies. Yay. 🙂

YarnCamp - Opening Session

Nach einer kurzen Aufwärm-, Kennenlern- und Frühstückszeit ging es dann auch los. Im größten Saal startete das YarnCamp mit der Eröffnungssession. Hier haben sich die Organisatoren kurz vorgestellt und erklärt, wie der Tag ablaufen wird. Nach einer schnellen Vorstellungsrunde mit Namen und drei „Tags für den Tag“ konnte jeder, der wollte, eine (oder mehrere) Sessions vorschlagen. Es gab viel Zuspruch für die vorgeschlagenen Themen und ganz schnell stand der Zeitplan mit insgesamt 15 unterschiedlichen Sessions. Vom Stricken und Häkeln, zu Fotografieren und Social Media war alles mit dabei.

Der erste Eindruck während der Eröffnung: Es sind sehr, sehr viele Frauen da bzw. sehr wenige Männer, vier an der Zahl. Network der Wahl ist in dieser Runde und dem Thema entsprechend Ravelry. Relativ wenige (aktive) Twitterer und auch einige „Offliner“ finden sich unter den TeilnehmerInnen. Für mich war das schon mal die erste neue Erfahrung, neben dem BarCamp an sich.

Fotografieren mit dem iPhoneMeine erste Session war „Fotos mit dem iPhone“ (auch für nicht-Äpfel) von Sabine. Es gab ein paar Erklärungen zu den Eigenschaften von Handykameras (Stichwort: Weitwinkel) und Tipps, wie man am besten Fotos macht. Zoom, zoom, zoom! Ein bisschen ausprobiert wurde selbstverständlich auch. 🙂

In der nächsten Runde gab es leider kein Thema für mich. Zwischendurch haben auch noch ein paar Sessions getauscht, so dass (für mich) interessante Themen plötzlich gleichzeitig stattfanden. Das ist dann leider die Krux des BarCamps (und von Konferenzen allgemein). In der Pause gab es dann also Verpflegung und ein paar nette Gespräche. 🙂

Nicht twittern, Knittern!Neue Erkenntnisse: Als Häkelmädchen ist man in d(ies)er Woll-Community relativ in der Minderheit. Es wird verdammt viel gestrickt! Auch während der Sessions. Was ich die ganze Zeit faszinierend fand, dass ohne hinzugucken und in einem wahnsinnigen Tempo gestrickt wurde. Da hätte ich schon fünfzig Maschen verloren. Das ist sicherlich auch alles Übungssache. Beeindruckt war ich trotzdem enorm.

Die darauffolgende Session, die ich mir ausgesucht habe, war „Beanies kann man nie genug haben / Mützen häkeln & stricken“. Ich dachte, ich probier’s mal wieder mit dem Stricken und hab mich zu Corinna begeben, die tagtäglich Mützen strickt. Hui!
Ich hab ja die ganze Zeit gesagt, dass ich nicht stricken könne. Was so an sich nicht stimmt. Den Anschlag muss ich immer wieder nachgucken und ansonsten kann ich linke und rechte Maschen. Nur damit ist es ja meistens nicht getan. 😉 Da meine letzten Strickerfahrungen über ein Jahr her sind, habe ich noch etwas Hilfe gebraucht. War aber alles kein Problem, meine Mitstrickerinnen haben mir ganz toll geholfen. 🙂 Für diese Session hat Lana Grossa eine ganze Menge Wolle sowie Strick- und Häkelnadeln gesponsort. Super!
Mein etwas krumpeliger Mützenansatz von gerade mal zwei kümmerlichen Reihen am Ende der Session ist nicht der Rede wert. Doch mit der Rundstricknadel scheint mir so eine Mütze einfacher gemacht zu sein, als mit einem Nadelspiel. (Was mich immer noch etwas abschreckt.) Ich werde es auf jeden Fall nochmal probieren. 🙂

Interessant finde ich ja, dass viele Strickerinnen häkeln kompliziert finden. Dabei kenne ich es so, dass häkeln „die kleine Schwester“ vom Stricken ist. Ich persönlich finde stricken etwas komplizierter; zwei (oder mehr) Nadeln, viiiele Maschen und das Ganze ist relativ fehlerintolerant. Aber ich gebe nicht auf. 😉
In einer Häkeln für Anfänger-Session haben auch Strick-Profis sich mal mit der Häkelnadel probiert. Find ich ja gut. 🙂

KreiswestenAls nächstes hat Birgit etwas über „Kreiswesten (stricken & häkeln)“ erzählt. Das Prinzip ist ganz einfach und viele Anleitungen gibt es in der Facebook-Gruppe „Kreisjacken-Virus„. Die Kreiswesten fand ich ganz toll und vielleicht probiere ich mich damit noch mal mit den Stricknadeln. Obwohl es wohl auch schöne gehäkelte Modelle gibt. Ach ja, so viele tolle Dinge.

Überhaupt gab es auf dem YarnCamp natürlich viele tolle gestrickte und gehäkelte Stücke zu bewundern. Von Schals und Tüchern über Jacken und Pullover, Taschen und Decken… alles war in gestrickter oder gehäkelter Form vertreten.

Im Foyer gab es einen Korb für eine Wollbörse. Schöne Idee. Ich glaube, an diesem Tag hat viel Wolle die Besitzerin gewechselt. Das, was am Ende des Tages übrig blieb, wird an das Asylheim in München gespendet.

In der darauffolgenden Session, die Steffi vom OZ-Verlag hielt, wurde über „Die perfekte Anleitung“ diskutiert. Was muss rein, was ist sinnvoll und was bringt gar nichts. Ich habe festgestellt, dass es anscheinend tausendundeine Möglichkeit gibt, Strick- und Häkelanleitungen zu schreiben. Ich selbst häkel ja eigentlich nur nach Reihen- bzw. Rundenbeschreibungen. Häkel- und Strickschrift sieht für mich ein bisschen aus wie Hieroglyphen. ^^

Insgesamt habe ich festgestellt, dass ich meine Zeit weit weniger mit wolligem verbringe als viele der TeilnehmerInnen. Teilweise wurden Strick(fach)begriffe durch den Raum geworfen, die für mich einfach komplett unbekannt waren und von Projekten und Fertigstellungszeiten erzählt, bei denen ich nur staunen kann.

In meiner letzten Session wurde über das Thema „Maschenprobe“ gesprochen. Ehrlich gesagt, bin ich immer noch nicht viel schlauer, ob das nun was bringt, oder nicht. Allerdings gab es ein paar Tipps, z.B. dass man einen Rand in kraus rechts um die eigentliche Maschenprobe stricken sollte, damit sie dann glatter liegt. Oder dass man die Maschenprobe mal waschen sollte, um zu sehen, ob sie eingeht. Anscheinend haben aber auch erfahrene StrickerInnen so ihre Problemchen mit Maschenproben.

YarnCamp - Sponsoren & Goodies

In der darauffolgenden Abschlusssession gab es noch eine Verlosung für drei „Häkeln + Stricken für Geeks“ vom O’Reilly-Verlag sowie Feedback. Ich für meinen Teil war unglaublich überrascht über die Anzahl und das Engagement der Sponsoren, die das „kleine“ erste YarnCamp hatte. Einige Teilnehmer waren von den Sponsoren selbst dabei, z.B. der OZ-Verlag, Mein Filati und der O’Reilly-Verlag. Von Lana Grossa gab es eine prall gefüllte Tasche mit Wolle, Nadeln und Anleitungen. Es lagen viele Zeitschriften aus und im zusätzlichen Goodiebag fanden sich weitere Zeitschriften, ein myboshi-Buch (!), Postkarten von dawanda und, und, und. Wow!

Das Feedback für die Idee, Location, das Catering und das Organisationsteam war durchweg positiv. Und ich muss sagen, es hat tatsächlich alles gestimmt. Das gibt es selten und muss im Vorfeld und während des YarnCamps unglaublich viel Arbeit gewesen sein. Vielen Dank an Lutz, Romy, Sara und Rebekka. Ganz großes Kino! Ich freue mich schon sehr auf nächstes Jahr, denn das wurde schon angekündigt: Es wird ein zweites YarnCamp geben. 🙂

Unter normalen Umständen hätte ich wahrscheinlich mehr gemacht. So habe ich eher zugehört und vor allem zugesehen. Auch ok. Vielleicht kann man beim nächsten Mal ein bisschen besser „netzwerken“. Vorstellung von Stricktreffs, die es ja scheinbar in der Region und überall zu geben scheint. Vielleicht hätte ich dafür in den Ravelry-Vortrag gehen sollen oder doch ein mixxt-Konto anlegen. Hm. Einige Leute findet man aber auch so über Twitter und auch der Feedreader ist schon mit neuen Blogs gefüttert. 😉

Hier also abschließend noch weitere Beiträge zum ersten YarnCamp überhaupt:

Außerdem gibt es noch einen Flickr-Fotopool, aus dem ich auch im Beitrag schon einige Bilder verlinkt habe. Auf Facebook gibt es auch ein Fotoalbum. Für weitere Impressionen einfach mal durchklicken. 😉

6 Gedanken zu „#YarnCamp: Rund ums Knäuel“

  1. Ich befinde mich derzeit mitten im Umzug innerhalb von Frankfurt, ansonsten wäre ich gerne vorbeigekommen – ich bin absoluter Newbie was Stricken, Häkeln etc angeht, aber aufgrund der Blogeinträge und Erzählungen meines Chefs David, habe ich sehr große Lust auf nächstes Jahr. Danke für den tollen Bericht.

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